EU prangert Irreführung auf Reiseportalen an: 235 Betreiber erhalten Mahnbriefe

Online-Reiseportale werben oft mit besonders niedrigen Preisen. Aber nicht alles, was auf den ersten Blick günstig wirkt, ist am Ende wirklich ein Schnäppchen. Bei über zwei Drittel von 352 Reiseportalen waren die Preisangaben nicht zuverlässig, wie eine Studie der Europäischen Kommission und der Verbraucherschutzbehörden aufzeigt, die am 7. April 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Europäische Kommission und die Verbraucherschutzbehörden leiteten im Oktober 2016 eine koordinierte Untersuchung von 352 Preisvergleichs- und Reisebuchungsportalen in der gesamten Europäischen Union ein. Auf 235 von ihnen waren die Preisangaben nicht zuverlässig waren - das sind 66 Prozent der überprüften Portale. Beispielsweise erhöhte sich mitten im Buchungsvorgang der Preis ohne klaren Hinweis für den Verbraucher oder die Sonderangebote waren einfach nicht erhältlich.

Insgesamt entsprach in einem Drittel der Fälle der zuerst angezeigt Preis nicht dem Endpreis. In einem Fünftel der Fälle waren Sonderangebote nicht wirklich verfügbar und in fast einem Drittel der Fälle war der Gesamtpreis oder die Art und Weise seiner Berechnung nicht klar. In einem von vier Fällen wurde nicht darauf hingewiesen, dass Aussagen über knappe Verfügbarkeit (z. B. „ nur noch 2 verfügbar“, „nur heute verfügbar“) sich strikt auf die eigene Website bezogen.

Die Behörden haben die Betreiber der betroffenen Portale aufgefordert, ihre Praktiken mit dem EU Verbraucherrecht in Einklang zu bringen und somit volle Transparenz bei den Preisen zu gewährleisten,.

Im Weiteren Verfahren werden die Betreiber der Webseiten von den zuständigen Verbrauchschutzbehörden kontaktiert und zur Behebung der Missstände aufgefordert.  Sollte der Aufforderung nicht nachgekommen werden, können die nationalen Behörden je nach geltendem nationalem Recht direkt oder durch Einschaltung nationaler Gerichte Verwaltungs- oder Gerichtsverfahren einleiten.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Urlaubsbuchung im Internet: Kommission und Verbraucherschutzbehörden gehen gegen irreführende Buchungsportale vor

EU-weite Untersuchung von Websites (SWEEPS)

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