EU fördert die Zukunft auf dem Land

KRAKE steht für Krachtige Kernen/Starke Dörfer. Das deutsch-niederländische EU-geförderte Kooperationsprojekt setzt sich für die Zukunftsfähigkeit von kleinen Dörfern ein. Immer mehr Gemeinschaften verlieren wichtige Versorgungsstrukturen und Lebensqualität. Wie können wir diesen Trend stoppen? Was können die Bürger – jetzt und in Zukunft – selbst unternehmen, um ihr Dorf lebenswert und attraktiv zu halten?

Viele kleine Dörfer, Siedlungen und Gemeinden sehen einem traurigen Trend entgegen: Die immer älter werdende Gesellschaft schrumpft, Geschäfte schließen, kulturelle Angebote nehmen ab – das Dorf verliert an Lebendigkeit. Viele junge Menschen suchen ihre Zukunft in den Städten. Fachkräfte, die die kommunale Versorgung sicherstellen, sind schwer zu finden. Wie lässt sich dieser Trend stoppen? Und welche Rolle können dabei die Bürger selbst spielen? Darum geht es in dem deutsch-niederländischen Kooperationsprojekt „Krachtige Kernen/Starke Dörfer“ (KRAKE).

Experten der FH Münster, Hochschule Arnheim und Nimwegen (HAN), Handwerkskammer Münster, Kreishandwerkerschaft Borken und Hochschule Rhein Waal (HRW) werden im Projekt in den kommenden drei Jahren ganz unterschiedliche, wissenschaftlich erprobte Lösungen direkt vor Ort umsetzen. Über 3,7 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Rund 40 deutsche und niederländische Dörfer haben bereits ihre Teilnahme zugesichert. „Auf beiden Seiten der Grenze bestehen ähnliche Probleme“, so Projektmanager Rolf Laakmann von der TAFH Münster GmbH, „aber Deutsche und Niederländer gehen sie oft unterschiedlich an. Genau hier liegt die große Chance, voneinander zu lernen.“

Im Mittelpunkt stehen daher die Bürger: Gemeinsam mit ihnen werden Experten aus Wissenschaft und Praxis Angebote entwickeln, die auch in Zukunft tragfähig bleiben werden. Denn durch die Einbindung der Einwohner, Vereine und lokalen Initiativen soll vor allem die Fähigkeit zum Selbstmanagement gefördert werden. Alle Aktivitäten sind in insgesamt sechs Themenfeldern, den „Communities“, gebündelt: Dort geht es zum Beispiel um bürgergetragene Pflegekonzepte, die Nutzung von leerstehenden Gebäuden oder kinderfreundliche Angebote für junge Familien.

Zwei dieser Communities sind auch im Münsterland aktiv: In der „Healthy-Lifestyle-Community“ wollen deutsche und niederländische Ernährungsexperten die Bürger für einen gesunden Lebensstil begeistern.

In der „Service-Community“ bauen FH Münster, Handwerkskammer Münster, Kreishandwerkerschaft Borken und HAN Partnerschaften zwischen lokalen Unternehmen und ehrenamtlich tätigen Bürgern auf, um die Versorgungsstruktur vor Ort zu sichern.

Das Projekt KRAKE finanziert sich aus dem INTERREG VA -Programm Deutschland – Niederlande, das sich aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) speist, der Provinz Gelderland und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, und Mittelstand des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW MWEIMH). Es wird begleitet durch das Programmmanagement bei der Euregio Rhein-Waal. Die Projektleitung liegt bei der Hochschule Arnheim und Nimwegen (HAN), und der TAFH Münster GmbH.