Für mehr Mitbestimmung in Europa - Befragung beim Bürgerpicknick in Rheine

Europa ist die beste Antwort auf die Probleme unserer Zeit. Auf diesen gemeinsamen Nenner lassen sich wohl die zahlreichen Gespräche bringen, die die Mitglieder der Europa-Union Steinfurt unterstützt vom Europe Direct Informationszentrum Steinfurt anlässlich ihres 70. Geburtstages am 3 Oktober 2017 beim Bürgerpicknick führten. Gleichzeitig wollen aber die Bürger auf den Weg in die Zukunft Europas mitgenommen werden. Wie Bernd Weber vom Kreisverband Steinfurt jetzt mitteilte, fordern nach der am vergangenen Dienstag durchge-führten Umfrage die Bürger zu 61 Prozent Mehr an Mitbestimmung bei der weiteren Ent-wicklung Europas. „Wir setzen uns als engagierte Bürger in der Europa-Union Deutschland für ein friedliches, freiheitliches und föderales Europa ein, das demokratisch, transparent und handlungsfähig ist“, machte er deutlich. Daher will die Europa-Union in den kommenden Monaten besonders die Zukunftsthemen Europas aufgreifen, die den Bürgern am Herzen liegen.

Aus Anlass des 70. Geburtstages des Kreisverbandes Steinfurt der Europa-Union Deutschland stießen Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann, Annerose Pott, die Leiterin des europe-direct-Informationszentrums Steinfurt, und der Vorsitzendes des Kreisverbandes Steinfurt, Hubert Scharf an. (Foto: Bernd Weber)

Hohe Erwartungen haben die Bürger nach diesem eingeholten Stimmungsbild an die EU, wenn es um die Asyl- und Migrationspolitik geht. Wie bei einem Mehr an Mitbestimmung sind die befragten Bürger zu 61 Prozent für eine gemeinsame Asylpolitik und zu 35 Prozent für eine europäische Asylbehörde. Zu 54 Prozent sprechen sie sich für eine legale Einwanderung in die EU bei gesicherten Grenzen aus. Mit 65 Prozent findet die Bekämpfung der Fluchtursachen vor Ort den höchsten Zuspruch unter den Befragten und zu 52 Prozent forderten sie mehr Solidarität mit Afrika. Unterstrichen wurde diese Forderung durch den Appell, sich darüber bewusst zu werden, dass “unser eigenes Konsumverhalten in einem direkten Bezug zu den Flucht- und Armutsursachen steht“. Wenngleich es beim Bürgerpicknick nicht um eine repräsentative Befragung ging, so kann man aus den Zustimmungen doch deutliche Forderung an die europäische Ebene und auch einen Aufklärungswunsch durch die Europa-Union des Kreises Steinfurt erkennen.

Skeptischer sind die Befragten, wenn es um einen eigenen Etat für die Euro-Zone geht, mit dem man gezielt finanziellen Turbulenzen um den Euro begegnen will. Lediglich 35 Prozent sehen darin eine Kernaufgabe für die Zukunft. Ebenso scheint für viele noch die Bedeutung der europaweiten Besteuerung der Börsengeschäfte zu unklar, so dass sich hierfür nur 37 Prozent der Befragten aussprachen. Auch der Forderung nach einem europäischen Wirtschafts- und Finanzminister gaben nur 26 Prozent der Befragten ihr Votum.

Für eine europäische Arbeitsbehörde zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit waren 43 Prozent der Befragten und für eine europäische Staatsanwaltschaft zur Terrorbekämpfung gaben 59 Prozent ihre Zustimmung. Für den vom EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker geforderten „Euro für alle europäischen Länder“, die die Stabilitätskriterien erfüllen, sprachen sich 54 Prozent aus.

In den zahlreichen Gesprächen wurden von den allermeisten Besuchern aber der Frieden und die Freizügigkeit in Europa hervorgehoben, die die Zusammenarbeit der Völker mit sich gebracht hat. Und genau darauf stießen denn auch aus Anlass des 70. Geburtstages des Kreisverbandes Steinfurt der Europa-Union Deutschland Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann, Annerose Pott, die Leiterin des europe-direct-Informationszentrums Steinfurt, und der Vorsitzendes des Kreisverbandes Steinfurt, Hubert Scharf an.