Streaming-Dienste ab 1. April 2018 ohne Zusatzkosten im EU-Ausland nutzbar

Wer zuhause seine Lieblingsserien, Musik und Sportereignisse kostenpflichtig abonniert hat, kann diese jetzt auch auf vorübergehenden Reisen in Europa ohne weitere Zusatzkosten anschauen und anhören. Das regelt die EU-Verordnung zur grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhaltediensten 2017/1128, die am 1. April EU-weit in Kraft tritt.

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Im Mittelpunkt der Verordnung stehen Plattformen für den Videoabruf, Online-Fernsehdienste, Musikstreamingdienste und Märkte für Onlinespiele. Die Verordnung ist ein weiterer Schritt zur Beseitigung des Geoblockings von Online-Mediendiensten in Europa. Sie soll Online-Inhalte für Nutzer noch attraktiver machen und neben den bereits am 15. Juni 2017 abgeschafften Roaming-Gebühren zu einem echten Binnenmarkt für digitale Inhalte und Dienste in Europa beitragen.

Was ändert sich beim Streamen im EU-Ausland?

Verbraucher können ihre kostenpflichtigen, internetbasierten Streaming-Abos ab April im Urlaub oder im Rahmen einer Geschäftsreise im EU-Ausland nutzen. Das gilt in der Regel für Serien, Filme, Musik, Sportveranstaltungen sowie für E-Books.

Regelung gilt nur für kostenpflichtige Streaming-Abos

Hierbei gilt es einige Spielregeln zu beachten: Lediglich kostenpflichtige, internetbasierte Streaming- und Pay-TV-Dienste wie Spotify, SkyGo, Netflix oder Amazon Prime können mit dieser neuen Regelung genutzt werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender sowie andere kostenlose Dienste entscheiden hingegen selbst, ob sie ihre Inhalte im EU-Ausland zur Verfügung stellen.

Uneingeschränkt streamen - Nur bei vorübergehenden Aufenthalten

Wer sich nur vorübergehend in einem anderen EU-Land aufhält, dem muss der Streaming-Dienst unter den gleichen Bedingungen wie im Heimatland zur Verfügung stehen: selber Inhalt, selbe Produktauswahl, selbe Anzahl von Endgeräten und dieselben Funktionen. Hält sich ein Verbraucher dauerhaft in einem anderen EU-Land auf, weil dieser beispielsweise dorthin umgezogen ist, kann ihm der Anbieter den Zugang zu den Inhalten verweigern und ist berechtigt zu prüfen, wo sich der Hauptwohnsitz des Verbrauchers befindet.

EU-Verordnung vom 14. Juni 2017 zur grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhaltediensten im Binnenmarkt