Die Welt ist digital

Defizite im digitalen Wandel haben die acht regionalen Management-Agenturen in NRW aufgearbeitet. Dabei ging es immer wieder um Herausforderungen. Von Elmar Ries

Die Zukunft ist digital. Das ist eigentlich ein alter Hut. Darum ist es verwunderlich, dass das Wissen darum noch nicht überall angekommen ist. Vor allem in Mittelstand und Handwerk, der Gesundheits- sowie Kreativwirtschaft gebe es deutliche Defizite, erklärte NRW-Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Günther Horzetzky. Die acht regionalen Management- Agenturen in NRW hatten in den Düsseldorfer Landtag ge­laden. Um die Bedeutung des digitalen Wandels zu beleuchten und die damit ver­bundenen Herausforderungen zu diskutieren.
Der Wandel von analog zu digital ist fundamental. „Es ist nicht damit getan, die Öffnungszeiten des eigenen Ladens online zu stellen“, ­betonte Horzetzky. Digitalisierung meine, „Geschäfts­abläufe und Produktionstechniken radikal neu zu denken“. Seine Forderung da­rum: Jeder Betrieb braucht digitales Know-how – und eine Breitbandanbindung als notwendige Infrastruktur. All das ist für kleine Betriebe und nicht viel größere ­Kommunen aber schnell eine Nummer zu groß.
Was hat das mit den acht Regionen zu tun? „Die neue Stadt ist die Region“, meinte der Staatssekretär. Heißt: ­Regionen sind die Ziel­größen für die Förderpolitik – durch die die digitale Durchdringung erst den nötigen Drive erhält.
Angesichts einer globalen Welt sind kleinkarierte Rivalitäten eigentlich Schnee von gestern. „Kooperation“ hieß darum in Düsseldorf das Zauberwort. In den Regionen, zwischen ihnen und ­darüber hinaus. Das funktioniert schon, geht aber noch besser. Dem Ruhrgebiet attestierte Josef Hovenjürgen vom Regionalverband Ruhr eine nach wie vor zu geringe Bereitschaft, sich als Einheit zu sehen. Für mehr Ko­operationen zwischen Unter­nehmen und Hochschulen warb Prof. Günther Olesch von der Phoenix Contact GmbH aus Blomberg. Start-ups und deren innovative Kraft mehr in den Blick zu nehmen war Dr. Thomas Robbers, dem Wirtschaftsförderer der Stadt Münster, wichtig.

Alle für einen, einer für ­alle: das Musketierprinzip. Findet es in der regionalen Wirtschaft mehr Anwendung, hilft es, auch „NRW stark zu machen“, sagte Staats­sekretär Horzetzky.