Weichenstellung für den Strukturwandel in der Kohleregion Ibbenbüren

Der deutsche Steinkohlenbergbau wird Ende des Jahres 2018 auslaufen.

Entwicklungszenarien Am Nordschacht in Mettingen und Oeynhausen

Bereits im Jahr 2014 hat die Kohleregion Ibbenbüren, gemeinsam mit dem Kreis Steinfurt, der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH und der RAG Montan Immobilien GmbH, die Potenzialanalyse als ersten Schritt des Konversionsprozesses auf den Weg gebracht. Zur Kohleregion gehören die Kommunen Hopsten, Hörstel, Ibbenbüren, Mettingen, Recke und Westerkappeln. Unterstützt werden die Kohlekommunen von der WESt.
Die Potenzialanalyse ist die Grundlage für die Entwicklung von Strategien zur Gestaltung des Strukturwandels. Die Potenzialanalyse zeigt auf der einen Seite die regionalen wirtschaftlichen Stärken der Kohleregion. Die industriell geprägte Kohleregion weist eine breite wirtschaftliche Basis mit einer hohen Vielfalt an dynamischen, insbesondere kleine und mittelständische, Unternehmen auf. Seit 2008 sind hier mehr als 3.000 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Von den 35 000 existierenden Beschäftigungsverhältnissen in der Region bestehen 43 % in der Industrie, 56 % in der Dienstleistung und 1 % in der Landwirtschaft. Besonders hervorzuhebende industrielle Branchen in der Region sind die Nahrungsmittelindustrie, der Maschinenbau und die Chemieindustrie.
Diese regionalen Stärken gilt es nun, in der Konversionsplanung der Schachtanlagen von Oeynhausen in Ibbenbüren und Nordschacht in Mettingen weiter zu führen. „Wir setzten weiter auf Klein- und Mittelständische Unternehmer“ so. Dr. Schrameyer, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren. Entsprechend ist auf den Standorten eine gewerbliche und dienstleistungsorientierte Nachnutzung vorgesehen. Besondere Standortqualitäten wird der Kontrast aus Alt und Neu sein. Der Erhalt standortprägender Gebäude, die Umnutzung dieser und Ergänzung durch neue Gebäude wird ein spannender Mix sein, den so kein anderer gewerblicher Standort in der Region hat. Die Bergbaugeschichte wird so weiter ablesbar sein, die Erinnerung an den Steinkohlebergbau z.B. durch Denkmäler geschützt und gleichzeitig neue Nutzungen etabliert.
Die Erarbeitung der Potenzialanalyse erfolgte dialogorientiert und schloss die aktive Beteiligung der regionalen Akteure sowie der Bürger ein. Dabei wurden verschiedene Beteiligungsformate umgesetzt. Besonderes Gewicht hatten dabei die Website www.gute-aussichten.info mit Angeboten zur Online-Beteiligung der Bürger durch INKA, Expertenworkshops sowie die öffentlichen Regionalveranstaltungen. Der gesamte Planungsprozess wird durch die Schnittstelle Kohlekonversion begleitet. Ein Entscheidungsgremium und ein Lenkungsausschuss haben seinen bisherigen Verlauf kontinuierlich begleitet. Diese Gremien werden ihre Arbeit zukünftig fortsetzen, um den Konversionsprozess weiter zu gestalten.
Mit den Entwicklungsszenarien für die Schachtanlagen wurde in der Potenzialanalyse eine Basis für ein umsetzungsfähiges Konzept entwickelt. Diese wird im nächsten Schritt weiterentwickelt werden. Hierzu ist ein Masterplanverfahren mit interdisziplinären Planerteams vorgesehen, welches von dem Büro scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh begleitet wird. Erste Ergebnisse dazu sind im Herbst 2017 zu erwarten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gute-aussichten.info.