21. Unternehmerfrühstück: IHK beklagt unbesetzte Lehrstellen - Landrat wirbt für duale Ausbildung in der Region

Rund 50 Unternehmer tauschen sich bei Jüke in Altenberge aus

Die Veranstalter und Gastgeber des 21. Unternehmerfrühstücks im Kreis (v.l.n.r.): Klaus Weßendorf (IHK), Martin Hovestadt (Jüke), Birgit Neyer (WESt), Heinz Jürgens (Jüke), Dorothe Hünting-Boll (IHK) und Landrat Dr. Klaus Effing.

Der Fachkräftemangel in der Region wird kurzfristig nicht aufzufangen sein. Das wurde beim 21. Unternehmerfrühstück der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt) und der IHK Nord Westfalen bei der Jüke Systemtechnik in Altenberge einmal mehr deutlich.

Klaus Weßendorf, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt, berichtete von vielen unbesetzten Lehrstellen, was den Unternehmen zunehmend Sorgen bereite und riet den rund 50 Teilnehmern: „Arbeiten Sie mit Schulen zusammen, machen Sie Ihre Azubis als Ausbildungsbotschafter fit und schicken Sie sie in die Schulen. So gelingt Ihnen eine Berufsorientierung auf Augenhöhe.“ Weßendorf hatte aber auch gute Nachrichten. Sichtlich erfreut informierte er über die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage: „Der Export läuft rund, das Geld sitzt locker und die Betriebe investieren wieder“.

Zuvor wies auch Landrat Dr. Klaus Effing in seiner Begrüßung auf die aktuell gute wirtschaftliche Entwicklung des Kreises hin, die seiner Ansicht nach auf Dauer eine Arbeitslosenquote von unter vier Prozent ermöglichen könne. „Auch mehr duale Ausbildung kann dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen“, sagte Effing. „Gleichzeitig ist die duale Ausbildung aber auch ein wichtiges Fundament zur Fachkräftesicherung. Deshalb muss diese Art Ausbildung durch weitere Ausbildungsplätze in der Region gestärkt werden.“ Auch müsse diese Ausbildung gut kommuniziert werden, betonte Effing und lobte den Weg, den die Firma Jüke zur Fachkräftesicherung eingeschlagen hat: „Die Firma ist beispielhaft für die gute Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Fachhochschule. Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Unternehmen die Potenziale unserer Hochschule vor Ort so intensiv nutzen. Frühzeitiger Kontakt zu den Absolventen schafft beiden Seiten Perspektiven.“

Anschließend gab Jüke-Geschäftsführer Heinz Jürgens einen spannenden Einblick in das fast 100 Mitarbeiter starke Unternehmen. Jürgens erläuterte unter anderem die Anforderungen, die Brüssel mit der kürzlich verabschiedeten Medizinprodukte-Verordnung an das Unternehmen stelle: „Diese Verordnung ist zwar eine Herausforderung, gleichzeitig ist sie für uns als erfahrener und kompetenter Dienstleister in der Medizintechnik und optischen Technologie aber auch eine echte Chance.“ Ein umfassendes Bild von den Dienstleistungen und den Produkten der Firma konnten sich die Unternehmer bei der Betriebsbesichtigung der Firma machen.