Sonderprogramm für das Handwerk

Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW -KBG- hat in Kooperation mit den Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen ein Sonderprogramm für das Handwerk aufgelegt. Es beinhaltet die Komponenten "NACHFOLGE Handwerk" und "ZUKUNFT Handwerk".

"Mit dem Sonderprogramm sprechen wir zwei Zielgruppen im Handwerk an", erläutert Manfred Thivessen, in Personalunion Geschäftsführer der KBG und der Bürgschaftsbank NRW, „zum einen Betriebsnachfolger und Handwerksunternehmen, die Betriebe übernehmen oder ihre eigene Nachfolge regeln wollen. Denn das Thema Nachfolge brennt allen Beteiligten unter den Nägeln.” Zum anderen stellt die Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW Handwerksunternehmen, die Zukunftsinvestitionen tätigen möchten, Eigenkapital in Form einer stillen Beteiligung zur Verfügung.

Rahmenbedingungen

Und so sehen die Rahmenbedingungen für eine stille Beteiligung aus:

- Laufzeit zehn Jahre, Rückzahlung der Beteiligung in fünf Jahresraten ab dem sechsten Jahr
- Rückzahlung zum Nominalwert
- Kosten/Entgelte insgesamt 4,9 Prozent pro Jahr
- keine Stellung von Sicherheiten

Manfred ThivessenManfred ThivessenDie Höhe der Beteiligung richtet sich nach dem vorhandenen wirtschaftlichen Eigenkapital des Betriebes. Hat er bis zu 25.000 Euro Eigenkapital, beträgt die KBG-Beteiligung 25.000 Euro, bei bis zu 50.000, 75.000 oder 100.000 Euro Eigenkapital gewährt die KBG eine stille Beteiligung in gleicher Höhe (Eigenkapital-Parität).

Die Vorteile einer stillen Beteiligung, die für den Handwerksbetrieb wirtschaftliches Eigenkapital darstellt: Sie ermöglicht in der Regel eine bessere Ratingeinstufung und verbessert den Zugang zu Kreditfinanzierungen. Da die Mittel dem Unternehmen langfristig zur Verfügung stehen und stabile Bilanzverhältnisse gewährleisten, können sie auch einer Insolvenz vorbeugen.

"Unternehmer, die eine stille Beteiligung in Anspruch nehmen, bleiben alleinige Inhaber bzw. Gesellschafter und somit ,Herr im Haus’”, betont KBG-Geschäftsführer Thivessen. „Wir nehmen keinen Einfluss auf die laufende Geschäftsführung.”

Kombination mit anderen Mitteln
Eine Kombination von KBG-Mitteln mit Hausbank-Krediten, Förderdarlehen der NRW.BANK oder der KfW sowie mit Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW ist möglich. Ein Jahr nach Beteiligungsübernahme erfolgt im Betrieb ein kostenloser Check-up durch die Betriebsberater der Handwerkskammern.

Der Weg zum Eigenkapital
    1. Der Unternehmer bespricht sein Vorhaben mit einem Betriebsberater seiner Handwerkskammer.
    2. Die Handwerkskammer berät ihn und beurteilt sein Konzept.
    3. Die Kammer leitet die Vorhabensunterlagen mit einer Stellungsnahme an die KBG weiter.
    4. Die KBG prüft das Vorhaben zeitnah und sagt im positiven Fall eine stille Beteiligung zu.
    5. Gegebenenfalls ergänzt um weitere Mittel ist die Finanzierung des Vorhabens nun gesichert.
    6. Die Betriebsberater begleiten das Vorhaben durch einen kostenlosen Unternehmens-Check-up.

Weitere Informationen über die Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.