Qualitätskontrolle, Materialcharakterisierung und Schadensfallanalytik

Informationsaustausch und Networking bei Bischof + Klein in Lengerich.

Informationsveranstaltung Analytik bei Bischof + Klein © Stefan Adam

Prof. Martin Kreyenschmidt, FH Münster und Gerd Sundermann, Bischof + Klein © Stefan Adam

Die FH Münster verfügt über praxisrelevante Möglichkeiten in den verschiedensten Fachbereichen, die den Unternehmen jedoch nicht immer bekannt sind. Gleichzeitig ist es wichtig, die Herausforderungen aus der Praxis an die Hochschule heranzutragen, damit sich die Forschung den aktuellsten Themen und Bedarfen annehmen kann. Vor diesem Hintergrund organisiert die Initiative „Train – Transfer in Steinfurt“ u. a. regelmäßig Fachveranstaltungen, Workshops und Weiterbildungsangebote in denen Unternehmen und Forschungseinrichtungen gegenseitig von ihrem Wissen und ihren Erkenntnissen profitieren. So trafen sich 25 Akteure aus Industrie und Forschung bei Bischof + Klein in Lengerich, um sich über analytische Möglichkeiten für die Qualitätskontrolle, Materialcharakterisierung und Schadensfallanalytik auszutauschen und zu vernetzen.

Eine Vorstellung des Unternehmens Bischof + Klein SE & Co. KG gab es vom Vorstand Gerd Sundermann persönlich. Bischof + Klein ist Hersteller für flexible Verpackungen aus Kunststoff und Kunststoffverbunden sowie für technische Folien. Mit seinen insgesamt 2.600 Mitarbeitern (2016) ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber der Region.
Im ersten Fachvortrag stellte Prof. Martin Kreyenschmidt das Institut für Konstruktions- und Funktionsmaterialien (IKFM) der FH Münster vor und gab einen Überblick über die Organisation und das Leistungsspektrum. Dies erstreckt sich von der Materialforschung, -entwicklung und -verarbeitung über die Produkt- und Schadensfallanalyse bis hin zur Beratung und Weiterbildung. Als ausgewählte Schwerpunkte aus dem Bereich der Polymerentwicklung erläuterte Institutsleiter Prof. Kreyenschmidt die Forschungsarbeiten des IKFM auf dem Gebiet der Polyurethane sowie der intrinsisch antimikrobiell wirkenden Kunststoffe. Durch die Bündelung des materialwissenschaftlichen Know-hows aus den vier Fachbereichen Bauingenieurwesen, Chemieingenieurwesen, Maschinenbau und Physikalische Technik erfolgt die Bearbeitung von Forschungsprojekten und von Anfragen aus der Industrie im IKFM besonders zielorientiert und effektiv. „Das Institut arbeitet eng mit Unternehmen zusammen und bietet viele Lösungen an, die einzigartig an deutschen Hochschulen sind“, so Prof. Martin Kreyenschmidt. Die vielfältigen Prüftechnologien und Möglichkeiten im Bereich der Werkstofftechnik und der analytischen Materialcharakterisierung können den Unternehmen z. B. im Kontext von Schadensfällen, Materialcharakterisierungen oder auch der Produktentwicklung wertvolle Unterstützung leisten.

Prof. Bernhard Lödding und Prof. Hans-Christoph Mertins, ebenfalls von der FH Münster und im IKFM tätig, gingen anschließend auf die Elektronenmikroskopie und optische Verfahren der Materialanalyse am Fachbereich Physikalische Technik der FH Münster ein. Mit der modernen Ausstattung, über die die FH Münster am Standort Steinfurt auf diesem Gebiet verfügt, werden zahlreiche Projekte und Fragestellungen im Bereich der Materialwissenschaften am Standort Steinfurt bearbeitet. „Die Methoden und das spezielle Knowhow werden häufig auch von Firmen aus der Region in Anspruch genommen und können bei der Lösung ihrer Fragen z.B. bei der Aufklärung von Schadensfällen genutzt werden.“, so Prof. Lödding.

Worauf es in der Praxis ankommt präsentierte abschließend Berthold Büscher, Koordinator für den Bereich Kunststoffanalytik bei Bischof + Klein, mit einem Vortrag zur Kunststoffanalytik als Baustein im Qualitätssicherungsprozess bei Bischof + Klein. Das Hauptaufgabengebiet der Kunststoffanalytik im Unternehmen liegt in der Materialanalyse von flexiblen Packstoffen. Sämtliche Fragestellungen der eingesetzten Rohstoffe bis hin zu Schadensanalytik werden hier beantwortet. An einigen Praxisbeispielen zeigte Berthold Büscher sehr anschaulich, welche Maßnahmen durchzuführen sind, um zielgerichtet Fehlerursachen aufdecken zu können. „In der Praxis steht die Fehlervermeidung und die damit verbundene Kostenreduktion an erster Stelle.“, so Berthold Büscher. „In unserem Labor können wir etwa 90 % der Schadensfälle selber analysieren. Für die restlichen 10 % greifen wir gerne auf die Unterstützung der Fachhochschule Münster zurück.“
Eine Betriebsbesichtigung, bei der die Teilnehmer noch jede Menge Fragen an Bischof + Klein loswerden konnten, rundete die Veranstaltung ab.

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Zu TRAIN - Transfer in Steinfurt:
„Train – Transfer in Steinfurt“ ist eine Initiative zwischen dem Kreis Steinfurt und der Fachhochschule Münster. Sie verfolgt das Ziel, den Wissens- und Technologietransfer sowie das Innovationspotenzial der Unternehmen im Kreis zu stärken, indem sie Wissenschaft und Wirtschaft zusammen bringt.
Operativ ist Train bei der Transferagentur FH Münster GmbH und der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH angesiedelt.
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Dipl.-Ing. Stefan Adam
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Luana Sommer M.A.
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