Eine Lebensentscheidung - Robin Pieper und Lucas Veltrup möchten ein Unternehmen im Kreis Steinfurt übernehmen

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Sie sind jung, ambitioniert und haben ein Ziel vor Augen: Lucas Veltrup (30) und Robin Pieper (30) möchten ein mittelständisches Unternehmen übernehmen – am liebsten in ihrer Heimatregion, dem Kreis Steinfurt.

Hier haben die Wirtschaftsingenieure und Kaufleute ihre beruflichen und privaten Wurzeln. Das Projekt „Unternehmensnachfolge“ möchten die langjährigen Freunde als „bodenständiges und engagiertes Führungsduo“ gemeinsam angehen, wie die beiden in ihrem eigens für diese Zwecke angefertigten Nachfolgeprofil schreiben.

Die beruflichen Voraussetzungen dafür haben sie sich über viele Jahre erarbeitet. Ihre Ausbildungen zum Industriekaufmann haben die Emsdettener bei den international agierenden Unternehmen wedi GmbH und Saertex GmbH & Co. KG im Kreis Steinfurt absolviert. Anschließend folgten das Wirtschaftsingenieurstudium in Köln und der Master ‚Strategie und Innovation' an der Maastricht University – bei Veltrup ergänzt um einen zweiten Master in International Management in Lissabon. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Unternehmensberater für den industriellen Mittelstand ist der in Münster lebende Robin Pieper nun in einer Stabsstelle eines großen Rüstungskonzerns beschäftigt, während Lucas Veltrup zuletzt bei der US-amerikanischen Unternehmensberatung Boston Consulting Group in Hamburg arbeitete.

Der Gedanke, selbst unternehmerische Verantwortung zu übernehmen, reizt beide schon länger. Konkret begannen sie diesen Schritt vor zwei Jahren vorzubereiten und verfolgen die Idee seither über unterschiedliche Initiativen. Ein ausschlaggebender Faktor war, dass der Bruder von Robin Pieper und zugleich gute Freund von Lucas Veltrup selbst im Rahmen einer Nachfolgelösung einen mittelständischen Betrieb mit rund 40 Mitarbeitenden in Vechta übernommen hat und bis heute erfolgreich weiterführt. „Wir möchten Verantwortung übernehmen, selbst gestalten, ein Unternehmen mit einer eigenen Mannschaft weiterentwickeln – und dabei unsere unterschiedlichen beruflichen Stärken einbringen“, beschreiben die beiden ihre Motivation. Zwar haben die Emsdettener auch vielfältige Erfahrungen in der Startup-Szene gesammelt. Doch bietet die Nachfolge eine vielversprechende Alternative zu einer Neugründung: „Uns reizt besonders auf bestehende Substanz, die Historie eines Unternehmens und ein validiertes Produkt oder eine Dienstleistung bei der Nachfolge aufzusetzen.“ 

Dabei haben sich Pieper und Veltrup nicht auf eine spezifische Branche festgelegt. Vom verarbeitenden Gewerbe über den Handel bis zum Handwerk sei vieles möglich: „Wir haben Erfahrung in der strategischen und operativen Entwicklung großer Unternehmen und kennen zudem die Herausforderungen im Mittelstand aus erster Hand. Als Wirtschaftsingenieure sind wir breit aufgestellt und in der Lage, unterschiedliche Industriebereiche schnell zu erfassen. Wir trauen uns zu, auch in eine Branche hineinzuwachsen, die wir noch nicht kennen.“ Bestärkt haben sie dabei auch Gespräche mit Unternehmern, die bei ihrer eigenen Firmengründung Neuland betreten haben und auf diesem Weg erfolgreich wurden. Gleichzeitig möchten Pieper und Veltrup mit einigen Klischees über ihre Generation aufräumen: „Es gibt heute viele Vorurteile über junge Menschen. Aber es gibt durchaus ambitionierte Nachfolgeinteressierte, die ein ähnliches Mindset haben und ebenfalls anpacken wollen.“

Neben dem „frischen Blick“ und dem breiten Fähigkeitsprofil bringen sie vor allem eines mit: die Motivation, nachhaltige Werte zu schaffen. Doch eine Unternehmensnachfolge gelingt nicht allein durch Engagement und gute Ideen. Sie ist ein langer Prozess, der sorgfältige Vorbereitung, Vertrauen und zahlreiche Abstimmungen erfordert. Dabei spielt auch die bereits vorhandene Mannschaft eine wichtige Rolle: „Eine Übergabe sollte vernünftig vorbereitet sein und im Schulterschluss mit dem Übergebenden und seinen Mitarbeitenden erfolgen.“ Bereits vor einer möglichen Nachfolge sind viele Gespräche zu führen und Fragen zu klären. Für beide steht fest: Eine Unternehmensnachfolge ist eine Lebensentscheidung. Entsprechend sorgfältig wägen sie Chancen und Risiken ab. Unterstützung erhielten Veltrup und Pieper dabei unter anderem durch ein Informations- und Beratungsgespräch mit der kreisweiten Wirtschaftsförderung WESt, das ihnen wichtige Hinweise und Orientierung für den Prozess gab.

Und was müsste ein Unternehmen mitbringen, damit es für sie überhaupt infrage kommt? „Unserer Erfahrung nach gibt es verschiedene Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Unternehmen übergabefähig ist“, erklären Pieper und Veltrup. Dazu zähle beispielsweise neben einer gewissen Umsatzgröße, die häufig auch Rückschlüsse auf belastbare Strukturen und Prozesse zulasse, dass das Unternehmen nicht zu stark vom Inhaber abhängig ist – zum Beispiel, weil es eine zweite Führungsebene gibt oder das Team eigenständig arbeiten kann.

Warum es bislang noch nicht zu einer Übernahme gekommen ist? Mitunter fehle bei vielen Inhabern die emotionale Bereitschaft, das eigene Lebenswerk tatsächlich loszulassen. In anderen Fällen seien Unternehmen schlicht noch nicht übergabefähig gewesen. 

Ihren Traum vom eigenen Unternehmen möchten Pieper und Veltrup am liebsten im Kreis Steinfurt oder im Münsterland verwirklichen. „Das ist die Region, aus der wir kommen. Wir sprechen die gleiche Sprache und teilen dieselbe Hands-on-Mentalität.“

Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer sind eingeladen, Kontakt mit Robin Pieper und Lucas Veltrup aufzunehmen unter pieper.nachfolge@gmail.com und veltrup.nachfolge@gmail.com

 

 

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Robin Pieper (l.) und Lucas Veltrup möchten ein Unternehmen übernehmen - am liebsten in ihrer Heimatregion dem Kreis Steinfurt.