Für den KI-Monitor hat die WESt im Sommer 2026 erstmals Unternehmen aus dem Kreis Steinfurt online befragt. 426 Fragebögen konnten ausgewertet werden. „Die Befragung zeigt, wie Unternehmen KI bereits einsetzen, welche Herausforderungen sie dabei sehen und welche Unterstützung sie sich von uns als Wirtschaftsförderung wünschen. Sie ist nicht repräsentativ. Die Ergebnisse geben vielmehr ein Stimmungsbild der teilnehmenden Unternehmen wieder“, erklärt WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues.
Die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz ist dabei deutlich höher, als viele erwarten dürften: 53,1 Prozent der Unternehmen arbeiten bereits seit mehr als einem halben Jahr aktiv mit KI, weitere 25,8 Prozent machen erste Schritte. Nur für 3,1 Prozent ist KI derzeit kein Thema.
Deutliches Gefälle nach Betriebsgröße
Wie weit ein Unternehmen ist, hängt stark von seiner Größe ab. Von den Betrieben ab 250 Mitarbeitenden nutzen 95 Prozent KI, bei Unternehmen mit einem bis neun Mitarbeitenden sind es 67,6 Prozent. „Die Ergebnisse unterstreichen, dass insbesondere kleinere Betriebe praxisnahe Unterstützung beim Einstieg und bei der Weiterentwicklung ihrer KI-Anwendungen benötigen“, konstatiert Holterhues.
Rechtsfragen bremsen stärker als Kosten
Bei den Hürden ergibt sich ein klares Bild: An erster Stelle stehen ungeklärte Datenschutz- und Haftungsfragen (50,7 Prozent), fehlende Zeit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen (43,7 Prozent) und fehlendes Personal beziehungsweise Know-how (38,8 Prozent). Investitionskosten (21,1 Prozent) und die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen (21,8 Prozent) werden dagegen deutlich seltener genannt. Damit rückten vor allem Rechtssicherheit, Zeitressourcen und Know-how als zentrale Herausforderungen in den Fokus.
„Die Ergebnisse zeigen: Zahlreiche Unternehmen beschäftigen sich bereits intensiv mit Künstlicher Intelligenz. Die zentrale Frage ist für viele nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wie der Einsatz sicher und sinnvoll gelingt. Genau hier können wir als Wirtschaftsförderung ansetzen.“
Klarer Auftrag an die Wirtschaftsförderung
Auf die Frage nach der gewünschten Unterstützung durch die WESt fällt die Antwort eindeutig aus: 68,0 Prozent wünschen sich praxisnahe Informationsveranstaltungen und Workshops, 47,3 Prozent eine Beratung zu Fördermöglichkeiten und 46,4 Prozent Gelegenheiten zur kollegialen Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch.
„Die Ergebnisse fließen bereits in die Weiterentwicklung unserer Angebote ein. Praxisnahe Informations- und Austauschformate werden weiter ausgebaut, künftig sollen dabei unterschiedliche Wissensstände stärker berücksichtigt werden. Ein besonderer Fokus liegt auf Fragen rund um Datenschutz und Haftung sowie auf der Unterstützung kleinerer Unternehmen beim Einstieg in die praktische Anwendung von KI.“
Die Auswertung finden Sie hier: zum KI-Monitor