Nachhaltigkeit in der Praxis: Regionale Unternehmen geben Einblicke in ihre ESG-Strategien

Mehr als 50 Unternehmensverantwortliche und Multiplikatoren nutzten eine Online-Veranstaltung am 11. März 2026, um sich über konkrete Wege zur strategischen Verankerung von Nachhaltigkeit in Unternehmen zu informieren. Fünf Unternehmen aus der Region berichteten, wie sie Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag umsetzen. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des EU-Förderprojekts ESG4SMEs von der WESt, dem Accreditation Council for Entrepreneurial and Engaged Universities (ACEEU) sowie energieland2050 e. V. organisiert. Im Mittelpunkt standen Erfahrungsberichte aus unterschiedlichen Branchen.

Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern Erfolgsfaktor – Rückblick

Heike Schürkötter von der Salvus Mineralbrunnen GmbH aus Emsdetten betonte, dass Nachhaltigkeit fest in der Unternehmenskultur verankert ist: „Ökologisch zu sein liegt in unserer DNA.“ Salvus setzt unter anderem auf regionale Lieferketten, kurze Wege und vielfältiges soziales Engagement in der Region.

Rike Kappler von der cibaria BioVollkornBäckerei GmbH aus Münster zeigte, wie ökologisches, soziales und wirtschaftliches Handeln zusammengedacht werden kann. Das Unternehmen bezieht seine Rohstoffe überwiegend aus der näheren Umgebung, arbeitet eng mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammen und veröffentlicht regelmäßig einen Gemeinwohlbericht. Auch internationale Verantwortung wird mitgedacht, etwa durch eine direkte Kooperation mit Kakaoproduzenten in Ghana, um die Wertschöpfung vor Ort zu stärken.

Für die B&B Verpackungstechnik GmbH aus Hopsten erläuterte Sandra Ferentschik, dass Nachhaltigkeit sowohl den Unternehmensstandort als auch die eigenen Produkte betrifft. Ihre zentrale Botschaft: „Nachhaltigkeit ist ein Prozess, der durch die Menschen im Unternehmen vorangebracht wird.“ Als hilfreiche Grundlage dafür nannte sie insbesondere die Teilnahme des Betriebes am ÖKOPROFIT-Projekt.

Karoline Kröner von der Kröner-Stärke GmbH in Ibbenbüren betonte im Interview mit Ursula Wermelt, energieland2050 e. V, dass Nachhaltigkeit eine zentrale Grundlage unternehmerischer Entscheidungen ist. Dabei verwies sie auch auf die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen: „Unser Unternehmen ist ein Mikrokosmos – ein Spiegel der gesamten Gesellschaft. Wir alle können im Kleinen etwas tun, um einen Beitrag für das große Ganze zu leisten.“ Entscheidend sei es, Akzeptanz im Unternehmen zu schaffen und Mitarbeitende aktiv in Veränderungsprozesse einzubinden.

Jessica Hövel von der wedi GmbH machte ebenfalls deutlich, dass Nachhaltigkeit viele Perspektiven umfasst und frühzeitig in bestehende Prozesse integriert werden sollte. Wichtig sei es, unterschiedliche Abteilungen einzubinden und Netzwerke aktiv zu nutzen, um vom Austausch mit anderen zu profitieren. Ihre Kernbotschaften: Pragmatismus statt Perfektion, Akzeptanz schaffen und Menschen mitnehmen sowie auf Transparenz und gute Daten setzen.

Ergänzend wurden Ergebnisse aus dem EU-Projekt ESG4SMEs vorgestellt. Dazu gehören ein modular aufgebauter ESG-Weiterbildungskurs sowie ein interaktives digitales Lernspiel, das ESG-Themen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum anschaulich vermittelt. Beide Angebote werden nach Abschluss des Projekts kostenfrei öffentlich zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Nachhaltigkeit in Unternehmen viele Facetten hat und es keinen einheitlichen Weg gibt. Unternehmen im Münsterland engagieren sich stark in vielfältiger Weise – auch unabhängig von gesetzlichen Anforderungen. Wer das Thema schrittweise und gemeinsam mit den Mitarbeitenden angeht, kann tragfähige Lösungen entwickeln. Der Austausch mit anderen Betrieben in der Region kann dabei zusätzliche wertvolle Impulse geben.

Zum Abschluss kündigten die Veranstalter ein Austauschtreffen für Nachhaltigkeitsverantwortliche aus regionalen Unternehmen an. Dieses findet am 23. April am Technologie-Campus der FH Münster in Steinfurt statt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich: https://westmbh.de/event-esg4smes-2/

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