Weltwirtschaft am Scheideweg - Unternehmensforum 2026 der WESt und der NRW.BANK in Greven beleuchtet Risiken und Chancen des Wirtschaftswandels

Die Weltwirtschaft befindet sich im Wandel – manche sprechen von einer Zeitenwende. Fragilere Lieferketten, geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise und eine rasante technologische Entwicklung stellen Unternehmen vor tiefgreifende Herausforderungen. Welche Auswirkungen diese Entwicklungen auch auf Betriebe im Kreis Steinfurt haben und wie sie die Transformation aktiv gestalten können, stand kürzlich im Mittelpunkt des Unternehmensforums 2026 bei der Wilken Software Group in Greven.

Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) mbH hatte gemeinsam mit der NRW.BANK, der Förderbank für Nordrhein-Westfalen und der größten Landesförderbank Deutschlands, zu der Veranstaltung unter dem Motto „Förderchancen nutzen – Zukunft gestalten“ eingeladen. Rund 70 Teilnehmende erfuhren nach der Begrüßung durch WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues und Jan Gesing, Standortleiter bei der Wilken Software Group in Greven, mehr über aktuelle weltwirtschaftliche Entwicklungen sowie konkrete Unterstützungsangebote für Unternehmen.

„Zeitenwende in der Weltwirtschaft bedeutet, dass die Zeiten vorbei sind, in denen die meisten Länder dieser Welt auf Basis gemeinsamer Regeln immer enger wirtschaftlich zusammenarbeiten. Schuld daran ist aber nicht nur US-Präsident Donald Trump und seine Zollpolitik. Eine Abkehr davon hat schon früher begonnen“, sagte Prof. Dr. Manuel Rupprecht in seinem Impulsvortrag zum Thema „Zeitenwende in der Weltwirtschaft und der deutsche Mittelstand“. Deswegen sei auch jede Hoffnung trügerisch oder sogar vergeblich, dass eine Welt nach der Ära Trump wieder dahin zurückfinde. Die Weltordnung stehe vielmehr an einem Scheideweg. Es gehe um die Frage, ob zumindest ein Teil der Länder in Europa und der Welt es auch künftig schaffe, die positiven Effekte des internationalen Miteinanders auszunutzen und so für sich Wohlstand zu mehren, so Rupprecht weiter. „Der deutsche Mittelstand ist dem nicht einfach ausgeliefert. Er kann mitgestalten, und hat Chancen. Harmlos ist die Zeitenwende deswegen nicht, aber sie führt eben auch nicht zwangsläufig in den wirtschaftlichen Niedergang.“

In ihren Grußworten richteten Gabriela Pantring, Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK, sowie Landrat Dr. Martin Sommer ihren Blick auf den Kreis und seine Unternehmen. Beide betonten die wirtschaftliche Stärke der mittelständisch geprägten Region und die Bedeutung von Investitionen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

„Der Kreis Steinfurt steht wirtschaftlich stark da. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, aus dieser Position der Stärke heraus in Innovation, Digitalisierung und Transformation zu investieren und so die Wettbewerbsfähigkeit von morgen zu sichern“, sagte Gabriela Pantring. „Unsere Aufgabe als Förderbank für Nordrhein-Westfalen ist es, Unternehmen dabei den Rücken zu stärken – damit sie schneller, größer und auch mutiger investieren können. Denn Förderung ist kein ‚Nice to have‘, sondern ein strategischer Hebel für Zukunftsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum.“

Landrat Martin Sommer betonte: „Der Wandel der Weltwirtschaft ist auch in unserer Region zu spüren. Wenn Märkte sich verschieben, Energiepreise steigen oder Handelshemmnisse zunehmen, wirkt sich das hier vor Ort unmittelbar aus.“ Die Transformation von Wirtschaft und Energieversorgung, Digitalisierung und Automatisierung sowie der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit böten erhebliche Potenziale für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Gleichzeitig stünden viele Betriebe unter wirtschaftlichem Druck. „Umso wichtiger ist es, Orientierung zu geben, Netzwerke zu stärken und Fördermöglichkeiten transparent zugänglich zu machen – genau diesen Aufgaben widmen sich die WESt und ihre Partner sowohl in ihrer täglichen Arbeit als auch mit dieser Veranstaltung.“

Guido Hellmer, Fördermittelexperte der NRW.BANK, und Varvara Leinz vom WESt-Unternehmensservice informierten über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, darunter den neuen Förderkredit zur Transformationsfinanzierung. Insgesamt erhielten die Teilnehmenden einen kompakten Überblick über Programme und Instrumente, die Unternehmen bei Investitionen in Wachstum, Digitalisierung, Energieeffizienz, Elektromobilität und Weiterbildung unterstützen können.

Das Unternehmensforum zeigte: Die wirtschaftliche Transformation bringt Herausforderungen mit sich – bietet gleichzeitig aber auch Chancen für innovative und zukunftsorientierte Unternehmen im Kreis Steinfurt.

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Setzten beim Unternehmensforum wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft (v.l.): Christian Holterhues (WESt-Geschäftsführer), Jan Gesing (Standortleiter Wilken Software Group in Greven), Landrat Dr. Martin Sommer, Gabriela Pantring (Vorstandsvorsitzende NRW.BANK), Prof. Dr. Manuel Rupprecht (FH Münster), Guido Hellmer (NRW.BANK) und Varvara Leinz (WESt).
Im Gespräch beim Unternehmensforum (v.l.): Michael Monstadt (NRW.BANK), Prof. Dr. Manuel Rupprecht (FH Münster), WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues.