Letztes großes Förderprojekt des Kreises Steinfurt gestartet – 2,16 Millionen Euro für den Glasfaserausbau in Greven

Der Glasfaserausbau im Kreis Steinfurt geht in die letzte große Runde: In Teilbereichen der Stadt Greven und in den Ortsteilen Reckenfeld und Gimbte werden bislang unterversorgte Adressen mit Glasfaser erschlossen. Den Ausbau übernimmt die Deutsche Telekom. Möglich wird das Projekt durch eine Förderung von Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Der Zuschuss beträgt insgesamt 1,73 Millionen Euro, die Stadt Greven trägt einen Eigenanteil von rund 430.000 Euro.

Der Glasfaserausbau im Kreis Steinfurt geht in die letzte große Runde: In Teilbereichen der Stadt Greven und in den Ortsteilen Reckenfeld und Gimbte werden bislang unterversorgte Adressen mit Glasfaser erschlossen. Den Ausbau übernimmt die Deutsche Telekom. Möglich wird das Projekt durch eine Förderung von Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Der Zuschuss beträgt insgesamt 1,73 Millionen Euro, die Stadt Greven trägt einen Eigenanteil von rund 430.000 Euro.

Damit startet zugleich das letzte große Breitbandförderprojekt des Kreises Steinfurt. „Wir freuen uns, dass wir mit der Telekom als verlässlichem Partner unser letztes großes Förderprojekt im Kreis umsetzen können“, sagte Kreisdirektor Peter Freitag beim offiziellen Auftakt in Greven.

Dass Glasfaserausbau nicht überall allein durch private Unternehmen wirtschaftlich umsetzbar ist, zeigt sich vor allem dort, wo wenige Adressen weit auseinanderliegen und entsprechend hohe Tiefbaukosten entstehen. Häufig ist dies im Außenbereich der Fall. Dort greifen öffentliche Förderprogramme, um diese Lücken zu schließen. Aber auch in dichtbesiedelten Gebieten können solche Lücken entstehen.

Ein Beispiel dafür ist Reckenfeld. Dort war aufgrund von Synergien mit anderen Baumaßnahmen bereits ein Teilbereich mit Glasfaser erschlossen worden. Dadurch blieb ein vergleichsweise kleiner Restbereich übrig. Für einen privatwirtschaftlichen Ausbau war dieser nicht mehr attraktiv genug. Der Kreis Steinfurt beantragte eine öffentliche Förderung und übernahm für die Stadt Greven die komplette administrative Abwicklung. Im anschließenden Vergabeverfahren entwickelte sich ein intensiver Wettbewerb: Drei Anbieter beteiligten sich und brachten eigene Ideen ein. Das Verfahren zog sich über knapp ein Jahr und umfasste drei Angebotsrunden. Den Zuschlag erhielt schließlich die Deutsche Telekom.

278 Kilometer Glasfaser werden verlegt

Aktuell geht es um knapp 1.500 unmittelbar geförderten Adressen. 278 Kilometer Glasfaser werden hierfür verlegt. Für weitere 1.400 bislang unterversorgte Adressen (< 200 Mbit/s) werden im Rahmen des Projekts bereits Voraussetzungen geschaffen, damit sie im Anschluss möglichst einfach eigenwirtschaftlich erschlossen werden können. „Wir wollten vermeiden, dass die letzten Adressen dauerhaft außen vor bleiben oder später erneut aufwendig Tiefbau betrieben werden muss“, erläuterte Ingmar Ebhardt, Koordinator digitale Infrastruktur beim Kreis Steinfurt.

Mit der Firma Beermann übernimmt ein Unternehmen aus dem Kreis Steinfurt die Bauarbeiten. „Damit bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region“, betonte Ebhardt. „Die gute Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen macht einfach Spaß. Sie kennen die Abläufe und Genehmigungsverfahren, kümmern sich, wenn es mal hakt. Und: die guten Ortskenntnisse sind einfach unbezahlbar.“ 

Auch Grevens Bürgermeister Dietrich Aden bedankte sich ausdrücklich, für das gute und engagierte Miteinander aller Beteiligten. Ohne die Förderung aus Berlin und die Kofinanzierung durch das Land NRW wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Der geförderte Ausbau in Greven startete im Juni und soll im Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein. Bereits zu Weihnachten werden voraussichtlich die ersten Haushalte von dem neuen Gigabit-Anschluss profitieren können, erläuterte Kai Fischer von der Telekom. Nach Abschluss des Förderprojektes wird die Versorgungsquote in Greven von 75 auf 88 Prozent steigen.

 

15 Jahre Glasfaserausbau im Kreis Steinfurt– die Bilanz

Der Kreis Steinfurt mit seiner Kreiswirtschaftsförderung WESt verfolgt beim Breitbandausbau seit rund 15 Jahren eine klare Strategie: „So viel privatwirtschaftlicher Ausbau wie möglich – so viel Förderung wie nötig.“ Durch attraktive Rahmenbedingungen für private Investitionen und das gezielte Einwerben von Fördermitteln ist es gelungen, den Kreis nahezu flächendeckend mit leistungsfähigen Gigabit-Anschlüssen zu versorgen. 95 Prozent der Adressen im Kreis sind inzwischen mit Glasfaser versorgt, im Bundesdurchschnitt sind es 62 Prozent. Die Gewerbegebiete im Kreis sind zu 100 Prozent mit Glasfaser versorgt.

85 Prozent des gesamten Ausbaus erfolgten privatwirtschaftlich, 15 Prozent wurden in Gebieten, die für die Privatwirtschaft wirtschaftlich nicht realisierbar waren, mit öffentlicher Förderung umgesetzt. Zwölf Telekommunikationsanbieter sind im Kreis aktiv. 80 Prozent der Ausbauarbeiten wurden von Unternehmen aus dem Kreis Steinfurt oder einem Nachbarkreis ausgeführt. 154 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land wurden für den Glasfaserausbau insgesamt eingesetzt. Die Kommunen des Kreises steuerten 15 Millionen Euro Eigenanteil bei.

Zurück
Kamen zum offiziellen Spatenstich des Projektes zusammen: Vertreter des Kreises Steinfurt, der Stadt Greven, der Bezirksregierung, des Projektträgers der Bundesförderung Aconium GmbH und der Firma Beermann in Greven an der Emsdettener Straße.
Die Bauarbeiten zum weiteren Glasfaserausbau in Greven sind bereits gestartet: Ingmar Ebhardt (l.), Koordinator digitale Infrastruktur beim Kreis Steinfurt, und Stephan Kleine Niesse, Digitalisierungsbeauftragter bei der Stadt Greven, zeigen einen geöffneten Glasfaser-Netzverteilerkasten. Fotos ©WESt mbH
Freuen sich über die Förderung von Bund und Land für den Glasfaserausbau in Greven: Kreisdirektor Peter Freitag (l.) und Grevens Bürgermeister Dietrich Aden.